Gruppentherapie – einfach kennenlernen

Die meisten Menschen denken bei Psychotherapie als erstes an vertrauliche 4-Augen-Gespräche. Das wäre im Rahmen der Einzelpsychotherapie zutreffend, als systemischer Psychotherapeut arbeiten wir allerdings meist im sogenannten Mehrpersonensetting, d.h. Mitglieder Ihres Systems kommen mit zu Ihrer Therapie. Dies ist sehr erfolgreich, da ist es logisch, dass auch Gruppentherapien sinnvoll sind.

Was ist Gruppentherapie?

In Gruppen bearbeiten 3 bis 9 Patientinnen und Patienten individuelle Problemfelder, persönliche Bewältigungsmuster und Symptome. Geleitet wird die Gruppe mir als Psychotherapeuten mit Zulassung zur Durchführung von Gruppenbehandlungen.

Je nach Anlass und Themen können Gruppentherapien 12 mal, 24 mal oder im Rahmen einer Langzeittherapie 48 mal stattfinden. Ein Termin dauert 100 Minuten und findet i.d.R. alle 2 Wochen statt.

Ist eine Gruppentherapie was für Sie?

Ein gegenseitiger Austausch zwischen Patientinnen fördert eine Dynamik, die dazu beitragen kann, schneller und effizienter Veränderungen zu erreichen. Die Gruppe bietet dafür einen vertrauensvollen und geschützten Raum, in dem Menschen mit der Zeit lernen, sich mit ihren Problemen zu öffnen und zudem durch die Gruppe Akzeptanz und Verständnis erfahren. Gruppenmitglieder können Vorschläge zur Problembewältigung einbringen und besprechen, wobei es den meisten Menschen leichter fällt Änderungsvorschläge durch andere Betroffene zu reflektieren.

Wirkt Gruppentherapie?

Die Forschungen zeigen, dass Gruppenpsychotherapie mindestens genauso wirksam ist wie eine Einzeltherapie. Eine Vielzahl von Wirkfaktoren spielen eine Rolle: Gefühle der Zugehörigkeit zur Gruppe, die Erfahrung von Solidarität und eine entstehende soziale Gruppendynamik, welche die Problembearbeitung und die Lösungssuche erleichtern. Viele Patientinnen und Patienten profitieren von der Akzeptanz und der Unterstützung durch die Gruppe, sowie durch die Zuversicht, dass psychische Probleme bewältigt werden können. Indem die Teilnehmenden lernen, für ihre Bedürfnisse und Wünsche einzustehen und sich zu öffnen, wird das Selbstwertgefühl gestärkt. Ein weitere wichtiger Wirkfaktor ist der Prozess von Rückmeldungen aus und an die Gruppe. So kann sich die Perspektive verändern.

Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung

Die gruppentherapeutische Grundversorgung stellt ein psychotherapeutisches Angebot für Patienten und Patientinnen in der Gruppe dar, in dem grundlegende Inhalte einer ambulanten Gruppentherapie vermittelt werden. Sie verfolgt das Ziel, Hemmschwellen abzubauen und die Motivation zur langfristigen Teilnahme zu stärken. Informationen über psychische Störungen, Einflussfaktoren und deren Entstehungs- und Aufrechterhaltungsbedingungen werden gegeben. Des Weiteren werden ein individuelles Krankheitsverständnis sowie der persönliche Umgang mit den Symptomen und psychischen Belastungen und ein Krisenplan erarbeitet.

Die gruppentherapeutische Grundversorgung ist eine spezifische Form der Gruppenbehandlung, die vom Gesetzgeber gewünscht ist und deshalb nicht auf die Therapiestunden angerechnet wird. Genau, diese Zeiten bekommen Sie dazu. In meiner Praxis finden die 4 Doppelstunden im 14-tägigen Rhythmus statt.

Alle gruppentherapeutischen Angebote in unserer Praxis werden von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen und der Beihilfe übernommen.

Zurück zur Startseite…